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aktualisiert am: 06.03.2012

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Das Bahnbetriebswerk Glauchau

Der Bahnhof Glauchau

Am 15.November 1858 war der ereignisreiche Tag, an dem die “Niedererzgebirgsbahn”, wie sie offiziell von der Königlichen Sächsischen Staats-Eisenbahn genannt wurde, von Chemnitz über Glauchau nach Zwickau eröffnet wurde. Gleichzeitig übergab man die Flügelbahn von Glauchau-Schönbörnchen nach Gößnitz. Unter Lebhafter Beteiligung der Anwohner fuhr ein offizieller Probe- und Eröffnungszug.

Der erste Glauchauer Bahnhof, 244,8 Meter über NN errichtet, hatte 2 Haupt- und 5 Nebengleisen sowie 35 Weichen und einer Länge von 680 Metern bescheidenen Ausmaße. Neben den Bahnhofsgebäude und den anderen Gebäuden wurde auch ein Lokschuppen für zwei Lokomotiven und ein Wasserkran errichtet. An der Ost- und Westseite des Bahnhofes dienten je eine Drehscheibe zum Wenden der Lokomotiven. Mit der Eröffnung der Muldenthalbahn von Glauchau nach Wurzen am 30.Juni 1877 kam ein Lokschuppen mit Drehscheibe hinzu. Bald zeigte sich jedoch, daß die Anlagen den Ansprüchen nicht mehr genügten.

Der 1. Umbau des Bahnhofes Glauchau

1908 begannen die Planungen für eine große Erweiterung des Bahnhofes wegen “zunehmender Unzulänglichkeit”. Das “Neubauamt Glauchau” nahm 1913 seine Arbeit auf, womit der Umbau des Bahnhofes begann. Der Krieg unterbrach die Arbeiten, erst ab 1923 setzte man die Arbeiten fort. Neben der neuen Gleisfeldgestaltung mit vier Stellwerken, entstanden auch die Brücken über den Lungwitzbach, sowie das Empfangsgebäude. Neue Bahnsteige mit Personen- und Expressguttunneln, die Güterabfertigung mit den großen Lokschuppen, die Expressgutabfertigung, die Bahnmeisterei mit Schirrkammer und ein Beamtenwohnhaus kamen ebenfalls hinzu. Auf dem Scheerberg wurde ein neues Wasserstationsgebäude errichtet. Am 30.April 1926 verließ um 4.00Uhr der Personenzug nach Wurzen als erster den neuen Glauchauer Bahnhof.

Das Bw Glauchau

Mit der Umgestaltung der Bahnhofsanlagen entstand am jetzigen Standort die neue, 1916 in Betrieb genommene Bw-Anlage mit dazugehörigem Verwaltungsgebäude. Das Verwaltungsgebäude wurde 1934 nochmals aufgestockt. Ein elektrisch betriebener Kohlenkran löste 1919 die körperliche schwere Handbekohlung ab. 1924 kam eine eigene Betriebswerkstatt hinzu. Das Bw Glauchau hatte zwei Einsatzstellen. Es waren einmal Rochlitz und Oelsnitz im Erzgebirge. Dort waren ebenfalls Lokomotiven des beheimatet. Das Bw Glauchau blieb bis zur DB AG, am 01.01.1994 ein eigenständiges Bw.

Die Lokomotiven des Bw Glauchau

Im Bw Glauchau waren viele Dampflokomtinvbaureihen beheimatet. Nach 1945 waren dies die BR P8, G12 (BR58), BR 50, BR 52, BR 50.35, BR 58.30, Br 75.5, BR 86, BR 94.20. Kurzzeitig waren auch andere Lokomotiven hier beheimatet.

Besonders bekannt wurde das Bw Glauchau durch die Einsätze der REKO-58. Im Einsatz waren 58 3047 und 58 3049 nach einer einjährigen Dampflokpause kehrte im Zuge der Dampflokrenaissance auch im Bw Glauchau die Damplokomotive wieder ein. Es war die 50.35, die bis zu diesem Zeitpunkt nie in Glauchau stationiert war. Besonders bekannt waren die Bespannung der Ganzzüge aus der Sandgrube Colditz und Sermuth. Diese zog die BR50.35 durch das wunderschön gelegene Muldental nach Glauchau. Eingesetzt waren nur ganze drei Lokomotiven. Eine wurde durch die Est Rochlitz besetzt und befuhr die Muldentalbahn und die anderen beiden Maschinen besetzten Glauchauer Lokführer auf der Muldenstrecke und nach Stollberg. Im Sommer 1984 kam eine “Altbau” 50´ nach Glauchau. Es war 50 2146 und wurde von Zwickau nach Glauchau abgegeben. Die 50 2146 war bis Mai 1985 in Glauchau im Einsatz.

Ab 1964 kam mit den ersten Diesellokomotiven die moderne Traktion in Form der BR V60 (BR 106) zum Einsatz. Später folgten dann die BR 102, BR 110 und die BR 118. Glauchauer Lokführer leisteten aber auch Dienst auf Elloks der BR 242, BR 243 und BR 250 des Bw Karl-Marx-Stadt.

Der letzte planmäßige Dampflokeinsatz

Für Eisenbahnfreunde unvergessen bleibe der Einsatz der REKO-58´, für die das Bw Glauchau Auslauf-Bw war. In Folge der Ölkrise wurden ab 1984 nochmals die BR 50 hier stationiert und durch die Bespannung der Sandzüge im Muldenthal besonders bekannt. Die in der Est. Rochlitz als Heizlok im Einsatz befindliche 86 1333 war zu dieser Zeit an Auswaschtagen vor Zügen zwischen Rochlitz und Glauchau zu sehen.

Der offizielle Dampflokeinsatz des Bw Glauchau endete mit einer großen Lokausstellung am 12.Juni 1988. Nach Beförderung des Sandzuges 56355 schlossen sich hinter der 50 3670 die Lokschuppentore. Den letzten Dampflokeinsatz gab es am 24.4.1990 mit dem Sandzug 56355 Rochlitz - Glauchau. Bespannt wurde der Zug durch 50 3696. Die Lokomotive 50 3696 verblieb bis zum Juli 1992 im Bw Glauchau.

Die Strecken des Bw Glauchau

Lokführer des Bw Glauchau befuhren planmäßig die Strecken Glauchau-Rochlitz-Großbothen (Muldental) und die Strecken Glauchau-St.Egidien-Stollberg und Stollberg-Chemnitz. Etwas besonderes war die Leistung das D-Zug Paares 900/903. Es war der D-Zug Dresden-Katzhütte. Das Bw Glauchau bespannte diese Leistung in Glauchau mit einer BR118 und zog diese nach Katzhütte. Die Rückleistung wurde ebenfalls bis Glauchau gezogen. Der Lokwechsel fand immer in Glauchau statt. Unterwegs wurde in Jena-West noch einmal Kopf gemacht.

Rangierleistungen wurden auf den Bahnhöfen Glauchau, Wüstenbrand, Hohenstein-Ernstthal, Oelsnitz und Gößnitz mit der BR 106 geleistet. Die BR102 kam als “Bahnsteig”-Rangierlok in Glauchau zum Einsatz.

Strecke

Eröffnung

Chemnitz - Stollberg

01.10.1895

St. Egidien -Neuoelsnitz - Stollberg

15.05.1879

Wüstenbrand - Neuoelsnitz

15.11.1858 Güterverkehr Wüstenbrand - Lugau

01.08.1862 Eröffnung Gesamtverkehr Wüstenbrand - Lugau

15.05.1879 Eröffnung Lugau - Neuoelsnitz

Chemnitz - Zwickau

15.11.1858

Glauchau - Wurzen

10.05.1875 Eröffnung Glauchau - Penig

09.12.1875 Eröffnung Rochlitz - Großbothen

29.05.1876 Eröffnung Penig - Rochlitz

Rochlitz - Waldheim

07.12.1893

Glauchau - Gößnitz

15.11.1858

Rochlitz - Narsdorf - Langenleuba-Oberhain - Penig

08.04.1872

Altenburg - Langenleuba-Oberhain (- Narsdorf)

15.06.1901

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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